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26. Januar 2026

EU verschärft Aufsicht: Google muss Android-KI und Suchdaten öffnen

Die Europäische Kommission hat neue formelle Verfahren gegen Google eingeleitet. Ziel ist es, im Rahmen des **Digital Markets Act (DMA)** genau festzulegen, wie der Technologieriese seine Suchdaten und Android-Funktionen mit Wettbewerbern teilen muss. Damit wechselt die Behörde von einem lockeren Dialog zu einem strukturierten Prozess mit verbindlichen Ergebnissen.

Fokus 1: Interoperabilität von Android und KI

Regulatoren prüfen derzeit, wie Google Drittanbietern den kostenlosen und effektiven Zugriff auf Hardware- und Softwarefunktionen von Android ermöglichen muss. Dies betrifft insbesondere Funktionen, die Google für seine eigenen KI-Dienste wie Gemini nutzt.

  • Das Ziel: Konkurrierende KI-Anbieter sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Tools genauso tief in das Android-System zu integrieren wie Google selbst.
  • Die Bedeutung: Damit will die EU verhindern, dass Google seine Marktmacht bei Mobilbetriebssystemen nutzt, um den aufstrebenden KI-Markt frühzeitig zu dominieren.

Fokus 2: Offenlegung von Suchdaten

Das zweite Verfahren befasst sich mit der Weitergabe von anonymisierten Suchdaten. Google soll Ranking-, Suchanfragen-, Klick- und Ansichtsdaten zu fairen und nicht-diskriminierenden Bedingungen an konkurrierende Suchmaschinen weitergeben.

Dabei klärt die Kommission entscheidende Details:

  • Welche Daten genau geteilt werden.
  • Wie die Anonymisierung sichergestellt wird.
  • Wer zugangsberechtigt ist (einschließlich der Frage, ob Anbieter von KI-Chatbots diesen Datensatz nutzen dürfen).

Warum das für den Markt wichtig ist

Diese Schritte könnten den Wettbewerb bei mobiler KI und Suchmaschinen grundlegend verändern. Wenn Rivalen Zugriff auf die wertvollen Datenschätze und Systemtiefen von Google erhalten, könnte dies die Dominanz von Google-eigenen Plattformen einschränken. Für dich als Nutzer oder Werbetreibender könnte das bedeuten, dass der Markt fragmentierter wird und alternative Dienste schneller an Relevanz gewinnen.

Hintergrund: Google wurde bereits im März 2024 als „Gatekeeper“ eingestuft und unterliegt seitdem den strengen Regeln des DMA für Dienste wie die Suche, Android, Chrome und YouTube.

Wie es weitergeht

Die EU-Kommission plant, Google innerhalb der nächsten drei Monate erste vorläufige Ergebnisse und Maßnahmen zu präsentieren. Das gesamte Verfahren soll innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sein. In dieser Zeit werden auch Zusammenfassungen veröffentlicht, damit Dritte – also auch Konkurrenten – Feedback dazu geben können.

Die EU bewegt sich damit weg von theoretischen Vorgaben hin zur praktischen Durchsetzung. Wie Google seine KI-Funktionen öffnet, wird zum Testfall dafür, wie aggressiv Regulatoren die nächste Phase der digitalen Wirtschaft gestalten werden.

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