Google Ads

Google Marketing Live 2026: Diese Ankündigungen sind für Ihr Marketing wichtig

Das Wichtigste in Kürze
  • AI Mode hat laut Google mehr als 1 Milliarde monatlich aktive Nutzer, AI Overviews mehr als 2,5 Milliarden. Google baut die Werbung konsequent um diese KI-Antworten herum.
  • Neue Anzeigenformate wie Conversational Discovery Ads und Highlighted Answers testet Google im KI-Modus in den USA. Die Grundlage dafür sind AI Max und Performance Max.
  • Dynamische Suchanzeigen stellt Google bis Februar 2027 automatisch auf AI Max um. Google nennt dafür im Durchschnitt 7 % mehr Conversions oder Conversion-Wert bei ähnlichem CPA oder ROAS.
  • Viele Neuerungen starten zuerst in den USA oder auf Englisch. Saubere Daten, starke Assets und klare Vorgaben lassen sich aber schon heute vorbereiten.

Auf der Google Marketing Live am 20. Mai 2026 hat Google gezeigt, wie Werbung in einer Suche funktionieren soll, die immer häufiger mit einer KI-Antwort endet. Viele Ankündigungen waren für alle, die Google Ads täglich steuern, keine Überraschung mehr. Sie bestätigen aber deutlich, wohin die Entwicklung geht.

In diesem Überblick ordnen wir die Neuerungen ein, die für Werbetreibende im deutschsprachigen Raum Folgen haben, und zeigen, was sich seit Mai bereits geändert hat.

Google baut Suche und Werbung konsequent um Gemini herum

Google investiert massiv in die eigene KI-Infrastruktur, von eigenen Chips bis zur Werbeplattform. Die Nutzung der KI-Suche rechtfertigt das aus Sicht von Google: Auf der Entwicklerkonferenz I/O im Mai 2026 nannte Sundar Pichai mehr als 2,5 Milliarden monatlich aktive Nutzer für die AI Overviews. Der KI-Modus hat rund ein Jahr nach dem Start die Marke von 1 Milliarde monatlich aktiven Nutzern überschritten.

Für Werbetreibende heißt das: Ein wachsender Teil der Suchen endet in einer KI-Antwort statt in einer Liste mit Links. Wer dort erscheinen will, muss seine Kampagnen anders aufstellen als bisher.

Anzeigen in der KI-Suche werden zu Antworten auf die Frage

Googles Leitgedanke für die neuen Formate: Wenn Menschen Google alles fragen können, müssen Anzeigen selbst eine Antwort geben. Statt fester Textanzeigen entstehen Anzeigentexte in Echtzeit, passend zur Frage des Nutzers.

Vier neue Formate für den KI-Modus

  • Conversational Discovery Ads: Sie beantworten die konkrete Frage eines Nutzers mit einem Anzeigentext, den Gemini für genau diese Suche erstellt. Google testet sie im KI-Modus.
  • Highlighted Answers: Passende Anzeigen erscheinen innerhalb der Empfehlungslisten des KI-Modus. Auch dieses Format ist im Test.
  • KI-basierte Shopping-Anzeigen: Gemini wählt die passenden Produkte eines Händlers aus und schreibt zu jedem eine kurze Erklärung. Sie sollen in den kommenden Monaten folgen.
  • Verkaufsassistent für Leads: Interessenten stellen ihre Fragen direkt in der Anzeige, die KI antwortet auf Grundlage der Website des Werbetreibenden. Dieses Format ersetzt das starre Leadformular und soll ebenfalls in den kommenden Monaten kommen.

Dazu baut Google das Pilotprogramm Direct Offers aus, das seit Januar 2026 läuft: Händler hinterlegen Rabatte, Zugaben oder Gutscheine, und Gemini spielt das passende Angebot im Moment der Kaufabsicht aus. In Deutschland erscheinen Anzeigen derzeit über oder unter den AI Overviews, die neuen Formate laufen zunächst in den USA. Was das für Ihre Kampagnen heißt, beschreiben wir im Beitrag zu Anzeigen im KI-Modus.

Keywords treten hinter AI Max und Performance Max zurück

Um in diesen Formaten zu erscheinen, empfiehlt Google als Grundlage AI Max für Such- und Shopping-Kampagnen sowie Performance Max. Die Auswahl einzelner Keywords verliert damit an Gewicht.

Die Konsequenz zeigt sich bei den Dynamischen Suchanzeigen (DSA): Google stellt sie automatisch auf AI Max um. Ursprünglich war dafür September 2026 vorgesehen. Im Juni hat Google die Frist für DSA auf Februar 2027 verlängert, während automatisch erstellte Assets und die Einstellung für weitgehend passende Keywords auf Kampagnenebene seit September umgestellt werden. Google nennt im Durchschnitt 7 % mehr Conversions oder Conversion-Wert bei ähnlichem CPA oder ROAS, wenn alle Funktionen von AI Max genutzt werden.

Aus der Praxis kommen allerdings auch Berichte, dass AI Max konkrete Produktsuchen auf allgemeine Landingpages leitet, also genau das Gegenteil dessen, was DSA zuverlässig gelöst hat. Wir prüfen deshalb vor jeder Umstellung, welche Zielseiten AI Max auswählt.

Mit AI Brief geben Sie der Automatik Leitplanken

Automatisierung bringt Reichweite, macht Marken in sensiblen Branchen aber vorsichtig. Mit AI Brief (KI-Briefing) beschreiben Werbetreibende in natürlicher Sprache, was ihre Anzeigen sagen sollen und was nicht, welche Zielgruppen sie erreichen wollen und welche Markenregeln gelten.

Die KI leitet daraus Leitplanken für die Kampagnen ab. Das ersetzt die Erfahrung eines Teams nicht, macht die Vorgaben aber für die Automatik verbindlich.

Mit dem Universal Cart wird Google zum händlerübergreifenden Warenkorb

Anfang 2026 hat Google das Universal Commerce Protocol (UCP) vorgestellt, einen offenen Standard für den Einkauf über KI-Assistenten. Zu den Gründungsmitgliedern des technischen Gremiums gehören neben Google auch Shopify, Etsy, Target und Wayfair. Im April 2026 sind Amazon, Meta, Microsoft, Salesforce und Stripe hinzugekommen.

Auf der Google Marketing Live hat Google darauf aufbauend den Universal Cart angekündigt:

  • einen Warenkorb, der über verschiedene Händler hinweg und in Diensten wie der Suche und Gemini funktioniert,
  • mit Bezahlung über Google Pay in wenigen Schritten oder Übergabe der Artikel an die Website des Händlers.

Erste Checkout-Funktionen testet Google mit Händlern wie Nike, Sephora, Target, Walmart und Wayfair. Der Checkout über UCP soll in den kommenden Monaten nach Kanada und Australien kommen, danach nach Großbritannien. Einen Termin für Deutschland gibt es noch nicht. Was hinter dem Protokoll steckt, erklären wir im Beitrag zum Universal Commerce Protocol.

YouTube und Demand Gen richtet Google stärker auf Verkäufe aus

YouTube soll das Bild des reinen Kanals für Markenbekanntheit ablegen. Google kombiniert Demand Gen deshalb enger mit Suche und Performance Max und hat dafür mehrere Neuerungen vorgestellt:

  • Google Maps: Demand Gen erreicht über neues Inventar in Google Maps Menschen, die ihre Umgebung erkunden.
  • Produktfeeds: Sie laufen auf mehr Flächen und in weiteren Branchen, etwa im Automobilbereich. Videos aus dem Merchant Center sollen künftig dynamisch in Demand-Gen-Kampagnen ausgespielt werden.
  • Creator-Videos: Videos von Creator-Partnern lassen sich direkt bei der Einrichtung der Kampagne als Anzeige nutzen.
  • Messung nach Kampagnentyp: Ein eigenes Attributionsmodell zeigt, was Demand Gen beigetragen hat. Das ermöglicht den direkten Vergleich mit Social-Media-Kampagnen. Mit Uplift-Experimenten lässt sich messen, wie Demand Gen Performance Max ergänzt.

Wie Sie YouTube auf messbare Ergebnisse ausrichten, zeigen wir auf unserer Seite zu YouTube-Werbung.

Im Asset Studio entstehen Bilder und Videos direkt in Google Ads

Das Asset Studio wird zur zentralen Werkstatt für Creatives in Google Ads. Aus einem Briefing, Markenrichtlinien, der Website und den Zielen erzeugt es Assets in verschiedenen Formaten und Themen, die sich in natürlicher Sprache überarbeiten lassen. Videos sollen künftig mit Gemini Omni entstehen, dem neuen multimodalen Modell von Google.

Praktisch ist das neue Testen mit einem Klick: Neue Assets lassen sich direkt gegeneinander testen, um herauszufinden, welche Ihre Ziele am besten erreichen. Google hat die Funktionen ab Sommer 2026 weltweit zunächst auf Englisch angekündigt, die Videofunktionen mit Gemini Omni ohne festen Termin.

Wichtig bleibt die Prüfung: Wenn alle Werbetreibenden ihre Creatives mit denselben Werkzeugen erzeugen, unterscheiden sich Anzeigen nur noch durch das, was nicht aus dem Werkzeug kommt, etwa eigene Fotos, echte Kundenstimmen und ein klares Angebot.

Meridian bringt den Marketing-Mix in Google Analytics 360

Die größte strukturelle Änderung in der Messung: Meridian, das quelloffene Modell von Google für die Analyse des Marketing-Mix (MMM), wird Teil von Google Analytics 360. Die Auswertung über alle Kanäle hinweg, auch außerhalb von Google, wandert damit aus der Data-Science-Abteilung in ein Werkzeug, das Marketing-Teams ohnehin nutzen.

Dazu kommen zwei neue Signale:

  • Attributed Branded Searches messen die Suchen nach Ihrer Marke, die eine bestimmte Anzeige ausgelöst hat.
  • Qualified Future Conversions schätzen anhand von Nutzersignalen, welche Conversions eine Kampagne über einen längeren Zeitraum noch bringen wird. Das hilft bei langen Entscheidungswegen, für die das übliche Conversion-Fenster zu kurz ist.

Beide Signale bewerten Kampagnen, die nicht sofort verkaufen, fairer. Voraussetzung bleibt ein sauberes Conversion-Tracking.

Ask Advisor verbindet die KI-Assistenten von Google

Zum Abschluss hat Google seine Assistenten zusammengeführt: Ask Advisor ist ein KI-Agent, der über Google Ads, Google Analytics und die Google Marketing Platform hinweg arbeitet. Ein Agent für das Merchant Center soll bald folgen. Ask Advisor gibt Empfehlungen und kann Kampagnen aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache aufsetzen.

Das Werkzeug startet als Beta für Konten in englischer Sprache. Für deutschsprachige Konten gibt es noch keinen Termin.

Fazit: Ihr Vorsprung liegt wieder in Ihrer Strategie

Die Google Marketing Live 2026 macht deutlich: Google übernimmt immer mehr operative Arbeit. Keyword-Recherche, das Testen von Assets und die Feinsteuerung von Geboten erledigt zunehmend die KI.

Damit wird alles, was Google nicht automatisieren kann, zum Unterschied: eine klare Strategie, vollständige eigene Daten und Vorgaben, die den Gewinn im Blick haben. Viele der neuen Formate erreichen Deutschland erst später. Die Grundlagen dafür, also sauberes Tracking, Werte nach Marge, gepflegte Feeds und eigene Assets, schaffen Sie schon heute.

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Julia Bühler · Solution Manager

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