- Auf Position 1 steht eine Klickrate von rund 2,7 % mit AI Overview einem Wert von 8,2 % ohne KI-Antwort gegenüber.
- AI Overviews sind bei rund sechs von zehn Suchbegriffen präsent.
- Gute Rankings bleiben wichtig, reichen als Maßstab für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung aber nicht mehr aus.
Ein Top-Google-Ranking war lange ein verlässlicher Indikator für Reichweite, für einige sogar eine wesentliche Marketingstrategie. Mit der Einführung der AI Overviews können Unternehmen auf Platz 1 stehen und trotzdem deutlich weniger Besucher gewinnen.
Für Marketingverantwortliche wird damit eine neue Frage entscheidend: Wie bleibt die Marke sichtbar, wenn Google die Antwort bereits selbst liefert?
Der Klickvergleich zeigt die Größenordnung: Auf Position 1 steht eine Klickrate von rund 2,7 % mit AI Overview einem Wert von 8,2 % ohne KI-Antwort gegenüber. Gleichzeitig sind AI Overviews bei rund sechs von zehn Suchbegriffen präsent.
Gute Rankings bleiben wichtig, reichen als Maßstab für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung aber nicht mehr aus.
AI Overviews verändern den Zugang zu Kunden
AI Overviews sind längst ein fester Bestandteil der Google-Suche. Die gemessene Verbreitung reicht von 59,0 % bei volumenstarken Suchbegriffen bis zu 67,4 % bei Begriffen mit niedrigem Suchvolumen. Die Veränderung betrifft damit sowohl große Themen als auch kleinere Nischen.
Für das Marketing verschiebt sich dadurch der Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Neben der Position in der Trefferliste zählt, ob das Unternehmen in der KI-Antwort als Quelle auftaucht. Wer ausschließlich klassische Rankings betrachtet, übersieht einen Teil der Sichtbarkeit, die für die Wahrnehmung der Marke relevant sein kann.
Gute Rankings liefern weniger Planungssicherheit
Besonders deutlich ist der Unterschied auf den ersten beiden Positionen: Bei Desktop-Suchen ohne Markenbezug liegt die Klickrate mit AI Overview bei rund einem Drittel des Vergleichswerts ohne KI-Antwort.
| Position | Klickrate mit AI Overview | Klickrate ohne AI Overview |
|---|---|---|
| 1 | 2,69 % | 8,17 % |
| 2 | 3,11 % | 9,23 % |
| 3 | 1,92 % | 1,84 % |
| 4–10 | 0,84 % | 1,41 % |
- Position 1 mit AI Overview2,69 %
- Position 1 ohne AI Overview8,17 %
- Position 2 mit AI Overview3,11 %
- Position 2 ohne AI Overview9,23 %
- Position 3 mit AI Overview1,92 %
- Position 3 ohne AI Overview1,84 %
- Position 4–10 mit AI Overview0,84 %
- Position 4–10 ohne AI Overview1,41 %
Quelle: 591 deutsche Desktop-Suchabfragen über DataForSEO vom 4. November 2026 und anonymisierte Search-Console-Daten aus Kundendomains
Auf 1.000 Impressionen gerechnet entspricht das auf Position 1 rund 27 Klicks mit AI Overview und rund 82 Klicks ohne. Dieselbe Position kann also mit sehr unterschiedlichen Besucherzahlen verbunden sein.
Wenn Position 1 in den Suchergebnissen weniger Besucher liefert, verändert sich der erwartbare Beitrag von SEO zu Leads, Verkäufen und Pipeline. Rankingziele allein reichen dann nicht mehr für die Erfolgskontrolle und Budgetplanung.
Das SEO-Reporting muss sich ändern
Das Reporting muss diese Entwicklung abbilden: Wie entwickeln sich Impressionen, Klickraten und Besuche bei stabilen Positionen? Welche Themen verlieren Reichweite? Und was bedeutet das für qualifizierte Anfragen und Umsatz? Erst diese Verbindung zeigt, wo Handlungsbedarf besteht.
Desktop und Smartphone brauchen einen getrennten Blick
Auch die Geräte entwickeln sich unterschiedlich: Im Jahresvergleich sank die gemessene Klickrate auf Position 1 am Desktop von 10,1 auf 5,5 %, während sie mobil bei rund 22 % blieb.
Für die Marketingsteuerung bedeutet das: Gesamtwerte reichen nicht aus. Wenn die mobile Suche stabil bleibt, kann sie einen Rückgang am Desktop verdecken. Gerade bei Themen, über die wichtige Geschäftskontakte entstehen, sollten Reichweite und Conversions deshalb getrennt nach Gerät betrachtet werden.
Der Wettbewerb um Sichtbarkeit geht über die eigene Branche hinaus
Bei den zitierten Quellen fällt vor allem YouTube auf: Die Plattform erscheint in 28,2 % der erfassten AI Overviews zu volumenstarken Suchbegriffen. Danach folgen Wikipedia, google.com und Facebook.
| Quelle | Anteil der AI Overviews mit dieser Quelle |
|---|---|
| youtube.com | 28,2 % |
| wikipedia.org | 24,9 % |
| google.com | 15,3 % |
| facebook.com | 10,7 % |
| instagram.com | 5,6 % |
| reddit.com | 0,6 % |
- youtube.com28,2 %
- wikipedia.org24,9 %
- google.com15,3 %
- facebook.com10,7 %
- instagram.com5,6 %
- reddit.com0,6 %
Quelle: 591 deutsche Desktop-Suchabfragen über DataForSEO vom 4. November 2026 und anonymisierte Search-Console-Daten aus Kundendomains
Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit reicht damit also weit über die direkten Konkurrenten hinaus. Auch Videos, Nachschlagewerke, Fachmedien und soziale Plattformen ziehen Aufmerksamkeit und Klicks von Ihrer Website ab.
In der Content-Strategie ist damit ein neuer Ansatz gefragt: Welche Fragen sind vor einer Kaufentscheidung wichtig? Welche Quellen werden dazu genannt? Und wo kann das Unternehmen eigene Erfahrung, belastbare Daten oder konkrete Beispiele beitragen? Daraus lässt sich ableiten, welche Inhalte und Formate eine Investition verdienen.
Take-away: Sichtbarkeit und Geschäftserfolg gemeinsam steuern
Platz 1 bleibt ein Vorteil. Wie viel dieser Vorteil zum Geschäft beiträgt, muss aber neu bewertet werden. AI Overviews verändern die Bedingungen, unter denen aus Sichtbarkeit ein Besuch und aus einem Besuch ein Kunde wird.
Für die Marketingführung ergeben sich drei Prioritäten:
- Das Reporting erweitern. Rankings, organische Klicks und Präsenz in KI-Antworten gemeinsam betrachten und mit Leads, Verkäufen und Umsatz verbinden.
- Die wirtschaftlich wichtigen Themen priorisieren. Zuerst dort prüfen, wo sinkende Klickraten die Nachfragegewinnung spürbar treffen.
- Content-Budgets nach konkretem Beitrag einsetzen. Inhalte finanzieren, die relevante Kundenfragen mit eigenem Wissen, Daten und Beispielen beantworten.
Die strategische Aufgabe ist, die Marke auch in KI-Antworten sichtbar zu machen und zugleich den Beitrag der Suche zum Geschäft zu sichern. Dafür brauchen CMOs ein Reporting, das Veränderungen früh erkennt, und eine Content-Strategie, die mehr bietet als austauschbare Antworten.
Methodik
Grundlage sind 591 deutsche Desktop-Suchabfragen über DataForSEO vom 4. November 2026 und anonymisierte Search-Console-Daten aus unseren Kundendomains mit geprüften AI Overviews.


