Gemini erschafft jetzt Musik für dich
Stell dir vor, du lädst ein Foto von deinem Hund beim Wandern hoch und Sekunden später hast du einen fertigen, mitsingbaren Song über seine Abenteuer im Wald. Was vor kurzem noch nach Science-Fiction klang, ist seit dem 18. Februar 2026 Realität: Google hat das neue Musikmodell Lyria 3 direkt in die Gemini-App integriert.

Mit dem Rollout von Lyria 3 in der Beta-Phase kannst du nun 30-sekündige Tracks erstellen. Dabei hast du zwei spannende Wege:
Text-zu-Track
Du beschreibst einfach die Stimmung, das Genre oder ein spezielles Thema. Ob ein „komischer R&B-Slow-Jam über eine einsame Socke“ oder ein „nostalgischer Afrobeat über die Kochkünste deiner Mutter“ – Gemini textet, komponiert und singt für dich.
Bild/Video-zu-Track
Du lädst eine visuelle Erinnerung hoch und die KI analysiert den Inhalt, um einen passenden Soundtrack samt Text zu kreieren.
Passend dazu liefert das Modell Nano Banana automatisch das passende Cover-Art, damit du dein Werk direkt auf Social Media oder mit Freunden teilen kannst.
SynthID und Urheberrecht
Jeder Track wird mit SynthID markiert – einem für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren Wasserzeichen, das die KI-Herkunft identifizierbar macht. Zudem kannst du Gemini jetzt Audiodateien schlucken lassen und fragen: „Wurde das mit Google-KI erstellt?“, um Transparenz zu schaffen.
Was das Urheberrecht angeht, verspricht Google, dass Lyria 3 keine Künstler kopiert. Wenn du nach dem Stil eines bekannten Weltstars fragst, nutzt die KI dies nur als „grobe Inspiration“.
Spielerei oder Revolution?
Dass du jetzt Musik auf Knopfdruck generieren kannst, ist beeindruckend, doch bei genauerem Hinsehen ergeben sich einige Reibungspunkte:
Die Stärken
Demokratisierung der Kreativität: Du brauchst kein Musikstudium und keine teure Software mehr, um eine musikalische Botschaft zu versenden. Für den schnellen Gruß oder ein YouTube-Short ist das Tool unschlagbar effizient.
Vorbildliche Kennzeichnung: Mit SynthID setzt Google einen wichtigen Standard in Zeiten von Deepfakes. Die Möglichkeit, Audio-Files aktiv auf ihren Ursprung zu prüfen, ist ein notwendiger Schritt für digitale Integrität.
Die Schwächen
Die 30-Sekunden-Grenze: Aktuell bleibt die Funktion im Bereich der „Snackable Content“-Produktion. Für echte musikalische Entfaltung ist die Dauer zu kurz; es wirkt eher wie ein Spielzeug als wie ein ernsthaftes Werkzeug für Musiker.
Die Krux mit der Inspiration: Google betont, dass keine Künstler imitiert werden. Doch die Grenze zwischen „Stil-Inspiration“ und dem unbezahlten Abgreifen kreativer Identität ist schmal. Die Musikindustrie wird hier ganz genau hinschauen, wie nah Lyria 3 den Originalen wirklich kommt.