Werbeanzeigen in ChatGPT starten bereits im Februar
OpenAI beschleunigt seine Pläne zur Monetarisierung und bereitet die Einführung von werbeasierten Einblendungen in ChatGPT vor. Der Fokus liegt dabei auf einem klassischen Abrechnungsmodell, das Werbetreibenden zwar Reichweite, aber zunächst nur begrenzte Performance-Daten bietet.

Die Ära des werbefreien KI-Dialogs für die breite Masse neigt sich dem Ende zu. Berichten zufolge plant OpenAI, bereits im Februar erste Werbeanzeigen in ChatGPT zu schalten. Dieser Schritt erfolgt schneller als von vielen Branchenbeobachtern erwartet und markiert einen Wendepunkt in der Strategie des KI-Pioniers.
Das neue Werbemodell: Impressionen statt Klicks
Anders als bei Google oder Bing, wo das "Pay-per-Click"-Modell (PPC) dominiert, setzt OpenAI zum Start auf ein "Pay-per-Impression"-Modell (CPM).
Was das bedeutet: Werbetreibende zahlen für die bloße Einblendung ihrer Anzeige, unabhängig davon, ob der Nutzer damit interagiert.
Der Testlauf: Die erste Phase ist exklusiv. Nur ausgewählte Werbetreibende erhalten Zugang, wobei die Budgets Berichten zufolge jeweils unter einer Million US-Dollar liegen. Es gibt vorerst keine Self-Service-Tools; die Buchung erfolgt direkt.
Wer sieht die Werbung – und wo?
Die Anzeigen werden nicht alle Nutzer betreffen. OpenAI integriert die Werbung in Verbindung mit dem kürzlich angekündigten "ChatGPT Go", einem neuen werbefinanzierten Abo-Modell für 8 US-Dollar pro Monat.
Betroffene Nutzer: Nutzer der kostenlosen Version sowie Abonnenten des "ChatGPT Go"-Tarifs.
Werbefrei: Kunden der Tarife Plus, Pro und Enterprise bleiben vorerst von Anzeigen verschont.
Platzierung: Die Anzeigen erscheinen am Ende einer Antwort von ChatGPT. Sie sollen klar als "Gesponsert" gekennzeichnet und visuell von den organischen KI-Antworten getrennt sein, um das Vertrauen der Nutzer nicht zu gefährden.
Warum OpenAI diesen Weg wählt
Für OpenAI bietet das Impressions-Modell eine Einnahmesicherheit. Da die Infrastrukturkosten für den Betrieb riesiger KI-Modelle enorm sind, garantiert dieses Modell Umsatz, selbst wenn Nutzer die Anzeigen ignorieren. CEO Sam Altman hatte Werbung lange als "letzten Ausweg" bezeichnet. Der zügige Start deutet darauf hin, dass der Druck, die immensen Rechenkosten zu decken, steigt – auch wenn CFO Sarah Friar betont, dass die Einnahmen parallel zu den Ausgaben wachsen.
Chance und Risiko für Werbetreibende
Für Marken ist dies ein zweischneidiges Schwert:
Der Vorteil: Sie erhalten frühzeitigen Zugang zu einer "Brand Safe"-Umgebung mit hoher Nutzerintention (Intent-Rich). Da Nutzer oft sehr spezifische Fragen stellen, ist der Kontext für Werbung extrem wertvoll.
Der Nachteil: Durch das CPM-Modell fehlen zunächst detaillierte Performance-Daten (wie Klickraten oder Conversions), die im digitalen Marketing Standard sind.
Ausblick: Die Zukunft der Konversations-Ads
Interessant ist der Blick in die Zukunft: OpenAI hat angedeutet, dass Folgefragen der Nutzer zu einem gesponserten Produkt als Signal für Engagement gewertet werden könnten. Dies könnte langfristig zu völlig neuen, interaktiven Werbeformaten führen, bei denen die KI aktiv über Produkte "spricht".
Vorerst jedoch wählt OpenAI einen vorsichtigen Start: Klare Trennung, begrenzter Testkreis und Fokus auf Einnahmesicherheit.