Google macht ernst: Massive Compliance-Welle bedroht Conversion-Tracking und Remarketing
Werbetreibende in Europa stehen unter Zugzwang. Google hat eine großangelegte Prüfungswelle gestartet, um die Einhaltung der „EU-Richtlinie zur Nutzereinwilligung“ (EU User Consent Policy) sicherzustellen. Wer die Warnmeldungen ignoriert, riskiert den Totalausfall seiner wichtigsten Marketing-Daten.

Bisher konntest du beim Thema Cookie-Banner und Consent vielleicht noch ein Auge zudrücken – doch diese Zeiten sind vorbei. Google hat damit begonnen, eine massive Welle von Compliance-Mitteilungen an Werbetreibende zu versenden. Der Grund: Verstöße gegen die EU-Richtlinie zur Nutzereinwilligung (EU User Consent Policy).
Wenn du Google Ads im EWR, im Vereinigten Königreich oder in der Schweiz schaltest, stehst du jetzt im Fadenkreuz der automatisierten Prüfsysteme.
Die 60-Tage-Frist: Die Uhr tickt
Google setzt dir ein Ultimatum. Ab dem Erhalt der Warnmeldung hast du exakt zwei Monate Zeit, um deine technischen Setups in Ordnung zu bringen. Ignorierst du diese Frist, sind die Konsequenzen für dein Marketing fatal. Google wird nicht länger nur "warnen", sondern aktiv Funktionen einschränken.
Das passiert mit deinem Account, wenn du nicht handelst
Sollten deine Einstellungen nach Ablauf der Frist weiterhin fehlerhaft sein, verlierst du den Zugriff auf die wichtigsten Werkzeuge für deinen Werbeerfolg:
- Blockiertes Conversion-Tracking: Du siehst nicht mehr, welche Anzeige zu einem Kauf oder einer Anfrage geführt hat. Deine Gebotsstrategien (Smart Bidding) tappen im Dunkeln und die Performance wird massiv einbrechen.
- Aus für Remarketing: Du kannst keine Nutzer mehr gezielt ansprechen, die bereits auf deiner Seite waren. Deine Zielgruppenlisten werden schlichtweg nicht mehr befüllt.
- Keine personalisierte Werbung mehr: Ohne korrekten Consent darf Google deine Daten nicht für personalisierte Anzeigen nutzen – dein Targeting wird ungenau und teuer.
Warum passiert das ausgerechnet jetzt?
Hinter der harten Linie steckt vor allem der Digital Markets Act (DMA). Als sogenannter „Gatekeeper“ steht Google unter enormem rechtlichem Druck, nur noch Daten zu verarbeiten, für die eine glasklare, technisch nachweisbare Einwilligung vorliegt.
Der Google Consent Mode (v2) ist hier das entscheidende Werkzeug: Google prüft jetzt aktiv, ob dein Banner die Signale ad_user_data und ad_personalization korrekt an die Google-Server übermittelt.
Dein Notfall-Plan: Was du jetzt tun musst
Damit dein Tracking nicht deaktiviert wird, solltest du diese Punkte sofort prüfen:
- Check dein Postfach & Ads-Konto: Suche nach Meldungen zum Thema "EU User Consent Policy" oder "Consent Mode".
- Technik-Check: Überprüfe, ob dein Cookie-Banner (deine CMP) korrekt mit dem Google Tag Manager kommuniziert. Es reicht nicht, dass der Banner "da" ist – die Signale im Hintergrund müssen stimmen.
- Consent Mode v2 implementieren: Falls du es noch nicht getan hast, musst du den Consent Mode v2 (Basic oder Advanced) aktivieren. Nur so weiß Google, dass der Nutzer der Datenverarbeitung zugestimmt hat.
- Fehler im "Diagnostic-Tab" prüfen: Schau in deinem Google Ads Konto unter "Tools & Einstellungen" > "Conversions" in die Diagnose-Reiter. Dort zeigt dir Google oft genau an, wo es hakt.
Unser Tipp: Verlass dich nicht darauf, dass "schon alles passen wird". Google prüft jetzt automatisiert und gnadenlos. Ein kleiner technischer Fehler im Skript kann ausreichen, um dich auf die Blockliste zu setzen.