Google hat eine funktionale Erweiterung für den KI-Modus seiner Suchmaschine angekündigt. Nutzern wird es künftig ermöglicht, Suchanfragen in einem dialogorientierten Format zu stellen, um eine Reihe visueller Ergebnisse zu erhalten. Die Funktion wird laut Unternehmensangaben diese Woche in den USA für die englische Sprache eingeführt.

Das Ziel der neuen Funktion ist es, Suchanfragen zu erleichtern, die sich verbal nur schwer präzise formulieren lassen.

Funktionsweise und Anwendungsfälle

Nutzer können eine Frage stellen oder ein Bild hochladen, um den Suchprozess zu starten. Die KI liefert daraufhin eine Auswahl an Bildern. Diese Ergebnisse können durch textliche Folgefragen weiter eingegrenzt werden. Als Beispiel nennt Google die Suche nach Design-Inspirationen für ein Schlafzimmer. Nach einer ersten visuellen Ausgabe kann der Nutzer mit Anweisungen wie „zeige mehr Optionen mit dunklen Tönen“ die Ergebnisse verfeinern.

Ein weiterer Anwendungsfall ist der Online-Einkauf. Anstatt Produktfilter zu verwenden, können Nutzer ihre Wünsche beschreiben. So soll die Anfrage „Barrel-Jeans, die nicht zu weit sind“ eine Auswahl passender, kaufbarer Produkte liefern. Die angezeigten Artikel stammen aus Googles „Shopping Graph“, einer Produktdatenbank mit, nach Unternehmensangaben, über 50 Milliarden Einträgen.

Technische Grundlage

Das System kombiniert bestehende Google-Dienste wie die Bildersuche und Google Lens mit den Fähigkeiten des Sprachmodells Gemini 2.5. Eine als „Visual Search Fan-Out“ bezeichnete Technik soll dabei für eine detaillierte Bildanalyse sorgen. Diese analysiert neben den Hauptmotiven auch weitere Bildelemente und den Kontext, um auf Basis der Nutzeranfrage relevante Ergebnisse zu generieren.

Ein Zeitplan für die Einführung der Funktion in weiteren Sprachen und Regionen wurde noch nicht bekannt gegeben.

Einordnung

Die Einführung der neuen Suchfunktion lässt sich in die aktuelle strategische Ausrichtung von Google einordnen.

  1. Entwicklung zur multimodalen Suche: Der Schritt, textbasierte Anfragen mit visuellen Ergebnissen und dialogorientierter Verfeinerung zu kombinieren (Multimodalität), spiegelt einen allgemeinen Trend in der Entwicklung von KI-Systemen wider. Google reagiert damit auf ein sich wandelndes Nutzerverhalten und auf Wettbewerber, die ebenfalls KI-gestützte, konversationelle Schnittstellen anbieten.
  2. Fokus auf E-Commerce: Die direkte Integration von Shopping-Funktionen in diesen neuen Suchprozess zielt darauf ab, die Distanz zwischen der Entdeckung eines Produkts und dessen Kauf zu verringern. Dies stärkt die Position von Google als Vermittler im Online-Handel, einem zentralen Geschäftsfeld des Konzerns.
  3. Anwendung neuer KI-Modelle: Die Verwendung des Modells Gemini 2.5 in einem Kernprodukt wie der Suche zeigt, wie Google seine neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz in bestehende Dienste integriert.

Quelle: Google