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12 Google Ads Anzeigen Strategien für maximalen ROAS

Svenja Schicketanz6 Min. Lesezeit

Der Unterschied zwischen einer skalierbaren Kampagne und verbranntem Werbebudget liegt fast immer in der Strategie – und ganz besonders in der psychologischen und technischen Gestaltung der Anzeigen.

In diesem Artikel analysiere ich 12 herausragende Google Ads-Beispiele.

1. Lösungen klar hervorheben (Solution Selling)

Die Strategie: Gehe weg von reinen Feature-Listen. Deine Anzeige muss die Antwort auf das konkreten Problem des Nutzers sein. Im Marketing sprechen wir von "Pain Points". Deine Anzeige ist das Schmerzmittel.

Das Beispiel: Erfolgreiche Anzeigen für Bürostühle bewerben nicht nur „Ergonomie“ (Feature), sondern „Schmerzfreies Arbeiten“ oder „Perfekte Haltung“ (Lösung).

Warum es funktioniert (Experten-Insight): Die Aufmerksamkeitsspanne in der Google-Suche liegt im Millisekundenbereich. Wenn der Nutzer seine emotionale Sorge (z. B. Rückenschmerzen) in deiner Headline gespiegelt sieht, steigt die Klickrate (CTR) massiv an. Ein höherer CTR signalisiert Google Relevanz, was oft zu günstigeren Klickpreisen (CPCs) führt.

2. Sicherheit und ein gutes Gefühl bieten (Risk Reversal)

Die Strategie: Jeder Kauf im Internet birgt ein wahrgenommenes Risiko („Passt das?“, „Ist das seriös?“). Deine Aufgabe ist es, dieses Risiko durch Garantien komplett zu eliminieren (Risk Reversal).

Das Beispiel: Sportwerk wirbt mit „Kostenlosem Versand & einfacher Rückgabe“.

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Warum es funktioniert: In unsicheren wirtschaftlichen Zeiten ist Sicherheit ein starkes Kaufargument. Du senkst die Hürde für den ersten Klick und die Conversion. Wichtig ist hierbei die Kongruenz: Die Landingpage muss dieses Versprechen sofort wiederholen, um die Absprungrate niedrig zu halten.

3. Social Proof nutzen

Die Strategie: Menschen kaufen das, was andere bereits für gut befunden haben. Social Proof ist der stärkste psychologische Hebel, um Vertrauen bei kalten Zielgruppen aufzubauen.

Das Beispiel: FrischeKüche nennt sich „Deutschland Bestbewerteste Rezeptbox“. In Anzeigen sind die Sterne-Bewertungen (Seller Ratings) visuell sofort erfassbar.

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Warum es funktioniert: Sterne und Bewertungen in der Anzeige erhöhen nicht nur das Vertrauen, sie machen die Anzeige auch visuell auffälliger. Google belohnt Anzeigen mit hohen Bewertungen oft mit besseren Positionen.

Wichtig: Stelle sicher, dass du genügend verifizierte Bewertungen (z. B. via Trustpilot oder Google Customer Reviews) sammelst, damit die Sterne-Erweiterungen automatisch ausgespielt werden können (meist ab 100 Bewertungen/Jahr).

4. Suchintention (Search Intent) berücksichtigen

Die Strategie: Verstehe das „Warum“ hinter der Suche. Will jemand sich nur informieren (Informational), eine bestimmte Seite finden (Navigational) oder jetzt kaufen (Transactional)?

Das Beispiel: PM247 erkennt bei der Suche „Klempner in meiner Nähe“ eine Notfallsituation und wirbt mit „Service am selben Tag“.

5. Auf Wettbewerber bieten (Competitor Bidding)

Die Strategie: Du schaltest Anzeigen auf die Markennamen deiner Konkurrenz. Das ist aggressiv, aber oft effektiv, um wechselwillige Kunden abzufangen.

Warum es funktioniert (und die Risiken): Du profitierst von der Markenbekanntheit des Wettbewerbers. Achtung (Expert Warnung): Da deine Relevanz für den Markennamen des Konkurrenten gering ist, wird dein Qualitätsfaktor niedrig sein. Das bedeutet, du zahlst oft deutlich höhere Klickpreise als der Wettbewerber selbst. Diese Strategie lohnt sich nur, wenn dein Angebot (Preis oder USP) deutlich überlegen ist und du einen hohen Customer Lifetime Value (CLV) hast.

6. Sonderangebote nutzen

Die Strategie: Rabatte schaffen Dringlichkeit und heben dich im Preisvergleich ab.

Das Beispiel: In Google Shopping werden Streichpreise (alter Preis durchgestrichen, neuer Preis grün) angezeigt. In Suchanzeigen nutzt Bloom & Wild Angebotserweiterungen für „50% Rabatt“.

Warum es funktioniert: Preissensibilität ist ein Hauptfaktor im E-Commerce. Durch die Nutzung der offiziellen „Merchant Center Promotions“ (für Shopping) stellst du sicher, dass Google das „Angebot“-Label anzeigt. Das zieht den Blick magisch an und erhöht die CTR im Vergleich zu Standard-Listings.

7. Countdown-Funktion einsetzen

Die Strategie: FOMO (Fear Of Missing Out) technisch nutzen. Die dynamische Countdown-Funktion zählt in Echtzeit herunter.

Das Beispiel: „Sale endet in 3 Stunden und 14 Minuten“. Loaf nutzt dies extrem effektiv im Winterschlussverkauf.

Warum es funktioniert: Nichts motiviert so stark zum sofortigen Handeln wie eine ablaufende Uhr. Technisch ist dies einfach umzusetzen (Syntax: {=Countdown...} in der Headline), aber die psychologische Wirkung auf die Conversion-Rate ist enorm, besonders in der Retargeting-Phase.

8. Angepinnte Überschriften (Pinned Headlines)

Die Strategie: In Responsiven Suchanzeigen (RSA) entscheidet normalerweise Google, welche Headlines kombiniert werden. Durch das „Anpinnen“ erzwingst du eine bestimmte Position.

Experten-Einschätzung: Google warnt oft, dass Anpinnen die „Anzeigenstärke“ senkt. Ignoriere diese Warnung, wenn es der Logik dient. Der Algorithmus testet wild durch, aber du kennst deine USP und rechtliche Pflichtangaben besser. Pinne die wichtigste Botschaft (z. B. Brand oder Haupt-USP) auf Position 1, um die Kontrolle über deine Markenbotschaft zu behalten.

9. Videos in Performance Max (PMax)

Die Strategie: Performance Max ist Googles vollautomatisierte Kampagnenart („Black Box“). Ohne eigene Video-Assets erstellt Google oft minderwertige Diashows aus deinen Bildern.

Warum es funktioniert: Qualität rein = Qualität raus. PMax spielt Anzeigen auch auf YouTube und im Display-Netzwerk aus. Ein professionelles Video, das in den ersten 5 Sekunden fesselt (Hook), ist entscheidend, um hier nicht nur Impressionen, sondern echte Conversions zu erzielen. Überlasse die Asset-Erstellung niemals der Automatik.

10. Anzeigen-Assets (Extensions) nutzen

Die Strategie: Nimm so viel Platz auf dem Bildschirm (Real Estate) ein wie möglich. Assets machen deine Anzeige größer und informativer – kostenlos.

Das Beispiel: Shop4runners nutzt Sitelinks, Callouts, strukturierte Snippets und Preiserweiterungen gleichzeitig. Die Anzeige dominiert den kompletten sichtbaren Bereich auf Mobilgeräten.

Warum es funktioniert: Je mehr Platz du einnimmst, desto weiter rutscht die Konkurrenz nach unten. Zudem bieten Sitelinks dem Nutzer Abkürzungen zu dem, was er sucht. Google belohnt die Nutzung relevanter Assets mit einem besseren Qualitätsfaktor (Ad Rank).

11. Mit Bild-Assets auffallen

Die Strategie: Die Google-Suche wird visueller. Bild-Assets blenden ein kleines Foto neben deiner Textanzeige ein.

Warum es funktioniert: Das menschliche Gehirn verarbeitet Bilder 60.000 Mal schneller als Text. Ein Bild-Asset erhöht die Klickrate signifikant, besonders auf Mobilgeräten. Es ist ein einfacher Hebel, den viele Konkurrenten noch ignorieren.

12. Vertikale Bilder in Google Shopping

Die Strategie: Anpassung an das mobile Nutzerverhalten ("Mobile First"). Vertikale Bilder nutzen den Platz auf dem Smartphone-Display besser aus.

Das Beispiel: Modeartikel oder auch Lifestyle-Produkte wie Tassen werden im Hochformat gezeigt, was mehr Details sichtbar macht.

Warum es funktioniert: Standardbilder sind oft quadratisch mit viel weißem Rand. Vertikale Bilder (Aspektverhältnis ca. 4:5 oder ähnlich, je nach Placement) wirken moderner und detaillierter. Pro-Tipp: Achte im Merchant Center Feed darauf, dass das Hauptprodukt zentriert ist, da Google das Bild je nach Platzierung zuschneiden (croppen) könnte.

Fazit: Qualität schlägt Quantität

Google Ads ist kein „Set-and-Forget“-Kanal mehr. Der Algorithmus übernimmt zwar das Bidding, aber du lieferst den Treibstoff (Creative & Strategie).

Die erfolgreichsten Werbetreibenden verstehen Google Ads nicht als Slot-Maschine, sondern als präzises Werkzeug, um die richtige Botschaft im richtigen Moment zu senden. Nutze diese 12 Strategien, teste sie gegen deine aktuellen Anzeigen und optimiere basierend auf Daten, nicht auf Bauchgefühl.

Was ist dein nächster Schritt? Ich empfehle dir, zunächst deine bestehenden Kampagnen auf fehlende Assets (Punkt 10 & 11) zu prüfen, da dies der schnellste Weg („Low Hanging Fruit“) ist, um deine CTR und den Qualitätsfaktor ohne Budgeterhöhung zu verbessern.

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