Über den Autor
Alex ist Partner bei UnitedAds, einer führenden Digitalmarketing-Agentur.
Mit fast zwei Jahrzehnten Branchenerfahrung hat er sich zu einer anerkannten Autorität in der Entwicklung wirkungsvoller Kampagnen entwickelt, die das Geschäftswachstum vorantreiben.
Die Veränderungen, die AI Mode und Deep Search Models für Unternehmen und SEOs mit sich bringen erscheinen riesig. Sie bieten aber durchaus Chancen für jene, die sich rechtzeitig anpassen.
Hier sind einige der Möglichkeiten, die AI Mode und Deep Search Models für Unternehmen und Online-Marketer eröffnen.
Rückgang des organischen Traffics
KI-Antworten führen tendenziell zu weniger Klicks auf die normalen Suchergebnisse. Websites könnten einen spürbaren Traffic-Rückgang bei informationalen Suchen erleben.
Wer etwa ein Online-Magazin oder einen Ratgeber betreibt, der von Suchmaschinenbesuchern lebt, muss damit rechnen, dass ein Teil dieses Traffics von der KI abgefangen wird. In Zahlen mag sich das z.B. in sinkenden Seitenaufrufen oder höheren Absprungraten zeigen (wenn Nutzer nur kurz die Quelle prüfen und wieder gehen).
Dieses Risiko erfordert ein Umdenken: Weniger Traffic muss kompensiert werden durch höhere Qualität des Traffics oder durch Diversifikation der Traffic-Quellen (Social Media, Newsletter, Direktbesuche etc.).
Für Online-Shops besteht die Gefahr, dass selbst pre-research (Vorabrecherche) zu Produkten seltener über viele Kategorieseiten erfolgt, sondern die KI dem Nutzer direkt eine enge Auswahl präsentiert.
Hier müssen Shops überlegen, wie sie in diese Vorauswahl kommen – oder wie sie den Nutzer dennoch erreichen, etwa durch Brand-Building, damit die KI die Marke kennt und ggf. empfiehlt.
Topical Authority und Expertenstatus
Websites, die sich als umfassende Autorität zu einem bestimmten Thema positionieren, können in der KI-Ära besonders profitieren. Wenn Google AI Mode eine Antwort generiert, zieht es bevorzugt Informationen von vertrauenswürdigen, detaillierten Quellen heran.
Das heißt, wer ein Thema in der Breite und Tiefe abdeckt – z.B. ein Unternehmen, das nicht nur sein Produkt anbietet, sondern auch Hintergrundwissen, Tutorials, Studien und Vergleiche zum gesamten Themenfeld – hat gute Chancen, von der KI berücksichtigt zu werden. Auch wenn der Nutzer vielleicht nicht direkt klickt, erhöht die Präsenz in den KI-Antworten die Markenbekanntheit. Man könnte sich das wie ein Zitat in einem Fachbuch vorstellen: Die Leser sehen den Absender der Info und nehmen den Namen wahr, auch ohne sofort die Quelle aufzusuchen.
Langfristig stärkt das die Reputation. Wer heute schon auf E-E-A-T (Experience, Expertise, Authority, Trustworthiness) setzt – ein Prinzip aus Googles Qualitätsrichtlinien – dürfte im Vorteil sein, denn genau diese Merkmale sucht die KI in Inhalten.
Neue Wege der Traffic-Generierung
Auch wenn direkte Klicks tendenziell abnehmen, eröffnen sich indirekte Traffic-Quellen. Beispielsweise könnte eine KI-Antwort den Nutzer anregen, später gezielt nach einer Marke oder Website zu suchen, die genannt wurde (ähnlich wie jemand einen Offline-Tipp später googelt).
Zudem bleiben die Quellen-Links in vielen KI-Antworten sichtbar. Wenn Ihre Seite als eine der Quellen aufgeführt ist, werden zumindest neugierige oder kritische Nutzer darauf klicken, um mehr Details zu bekommen oder die Richtigkeit zu prüfen. Diese Klicks könnten zwar weniger zahlreich, aber hochqualitativ sein – schließlich kommen sie von Leuten, die sich wirklich für das Thema interessieren.
Darüber hinaus zwingt der KI-Trend Marketer dazu, andere Kanäle stärker zu nutzen: Content-Marketing in sozialen Medien, YouTube (wo Menschen gezielt nach visuellem Content suchen), Podcasts oder Newsletter. SEO wird also eingebettet in einen Multichannel-Ansatz, was die Abhängigkeit vom organischen Traffic reduziert.
Unternehmen, die frühzeitig vielfältige Präsenz aufbauen, können potenzielle Kunden über mehrere Wege erreichen, selbst wenn die klassische Google-Suche weniger Besucher liefert.
Optimierung für KI – neues Betätigungsfeld
Ein neues Untergebiet zeichnet sich ab, das man als AEO (Answer Engine Optimization) bezeichnen könnte. Hierbei geht es darum, Inhalte so aufzubereiten, dass sie von KI-Systemen effektiv verarbeitet und zitiert werden können.
Dazu zählen Maßnahmen wie: prägnante Antworten auf häufig gestellte Fragen direkt im Text liefern (die eine KI leicht als „Snippet“ nehmen kann), strukturierte Datenauszeichnungen nutzen (damit Fakten maschinenlesbar sind), und kontextreiche Texte schreiben, die verschiedene Facetten eines Themas beleuchten (damit die KI bei Folgefragen weiter aus dem Text schöpfen kann). Webseiten, die diese Techniken anwenden, könnten bevorzugt in den KI-Antwort-Pool gelangen.
Für SEO-Agenturen und Marketer entsteht hier ein neues Beratungsfeld: Unternehmen dabei helfen, „KI-freundlichen“ Content zu erstellen. Wer sich jetzt darauf spezialisiert, kann sich als Vorreiter positionieren.
Bessere Nutzererlebnisse = höherer Conversion Raten
Wenn KI Mode Routinefragen der Nutzer schneller beantwortet, kommen potenzielle Kunden eventuell schneller zum Kern. Beispiel: Früher musste ein Nutzer, der eine komplizierte Produktrecherche durchführte (z.B. beste Kamera für Wildlife-Fotografie), zig Testberichte lesen. Heute kann AI Mode diese Infos zusammenfassen („Kamera X und Y sind laut Tests führend, X hat die beste Bildqualität, Y den schnelleren Autofokus“), sodass der Nutzer schon eine Vorentscheidung trifft.
Wenn Ihr Unternehmen Kamera X verkauft und diese von der KI empfohlen wird, ist der Nutzer wahrscheinlich näher am Kauf als nach stundenlangem Recherchieren. Das bedeutet, Leads könnten qualifizierter sein.
Die Aufgabe des Unternehmens ist dann, diesen vorinformierten Interessenten z.B. auf der Produktseite optimal abzuholen (dort zählen dann hervorragende Produktinformationen, Bewertungen, Angebotspreis etc.).
Mit anderen Worten: Die Qualität vor Quantität-Maxime gilt auch für Besucher – es kommen zwar vielleicht weniger Besucher auf die Seite, aber diejenigen, die kommen, sind besser vorinformiert und wahrscheinlicher echte Kunden.
Einsatz von KI für SEO-Aufgaben
Nicht zu vergessen: Dieselbe KI-Technologie steht auch Marketern zur Verfügung, um die eigene Arbeit effizienter zu gestalten. Deep Search Tools können z.B. dazu genutzt werden, umfangreiche Wettbewerbsanalysen oder Themenrecherchen durchzuführen.
Statt Tage damit zu verbringen, manuell die Inhalte der Konkurrenz zu studieren, könnte ein SEO-Team einen KI-Agenten darauf ansetzen, die wichtigsten Punkte herauszufiltern (natürlich mit kritischer Nachprüfung).
Generative KI kann bei der Content-Erstellung assistieren – etwa erste Entwürfe für Blogbeiträge oder Produktbeschreibungen liefern, die der Mensch dann veredelt. Dies kann Content-Produktion beschleunigen, sofern die Qualitätssicherung stimmt.
Auch in der Personalisierung bieten sich Chancen: KI kann helfen, Inhalte für verschiedene Zielgruppen oder Sprachen anzupassen.
Diese Effizienzgewinne erlauben es Marketern, sich stärker auf Strategie und Kreativität zu konzentrieren, während Routinearbeiten teilautomatisiert werden.








